Executive Summary
Executive Longevity bedeutet nicht, möglichst alt zu werden oder jedem neuen Biohacking-Trend hinterherzulaufen. Es geht darum, als Unternehmer, Geschäftsführer oder Führungskraft langfristig gesund, klar, entscheidungsfähig und leistungsfähig zu bleiben. Denn Ihre eigene Gesundheit ist nicht nur Privatsache. Im Mittelstand hängt oft viel an einzelnen Schlüsselpersonen. Wenn diese ausfallen, kann das Mitarbeitende, Kunden, Nachfolge und Unternehmensstabilität massiv betreffen. Executive Longevity macht persönliche Leistungsfähigkeit deshalb zu einem strategischen Führungs- und Unternehmensthema.
Einleitung
Viele Unternehmer kümmern sich sehr intensiv um Strategie, Zahlen, Kunden, Mitarbeitende und zunehmend auch um Unternehmenskultur.
Das ist gut so.
Denn ohne klare Strategie, starke Führung und eine tragfähige Kultur wird Unternehmensentwicklung schnell schwerfällig. Es entstehen Reibungsverluste, Konflikte, Silodenken und irgendwann häufig auch Erschöpfung.
Gleichzeitig bleibt eine der wichtigsten Ressourcen im Unternehmen oft erstaunlich wenig geführt:
die eigene Leistungsfähigkeit.
Oder etwas direkter formuliert: die eigene Gesundheit.
Gerade Unternehmerinnen, Unternehmer, Geschäftsführer und Führungskräfte gehen häufig davon aus, dass sie selbst schon irgendwie funktionieren werden. Das Unternehmen braucht Aufmerksamkeit. Mitarbeitende brauchen Orientierung. Kunden brauchen Lösungen. Banken, Gesellschafter oder Eigentümer erwarten Ergebnisse.
Und die eigene Gesundheit?
Die wird oft erst dann ernst genommen, wenn sie sich bereits deutlich negativ bemerkbar macht.
Aus meiner Sicht ist genau das ein gefährlicher Denkfehler.
Denn wenn Unternehmer, Geschäftsführer oder zentrale Leistungsträger ausfallen, wird Gesundheit sehr schnell zu einem strategischen Unternehmensrisiko. Nicht abstrakt. Sondern ganz konkret.
Dann fehlen Entscheidungen.
Dann fehlt Orientierung.
Dann fehlt Beziehungswissen.
Dann fehlt Vertrauen.
Dann fehlt oft auch die Person, die im Hintergrund vieles zusammenhält.
Genau hier setzt Executive Longevity an.
Nicht als Lifestyle-Thema. Nicht als Selbstoptimierung um ihrer selbst willen. Und schon gar nicht als Wettbewerb um den neuesten Biohack.
Executive Longevity bedeutet für mich: Unternehmer und Führungskräfte sollen langfristig gesund, klar, wirksam und entscheidungsfähig bleiben.
Nicht nur für sich selbst. Sondern auch für die Menschen und Unternehmen, für die sie Verantwortung tragen.
Was Executive Longevity wirklich bedeutet
Der Begriff Executive Longevity klingt zunächst nach einem modernen englischen Schlagwort.
„Executive“ meint Unternehmer, Geschäftsführer und höhere Führungskräfte. „Longevity“ bedeutet Langlebigkeit.
Aber genau hier beginnt bereits die erste wichtige Differenzierung.
Mir geht es bei Executive Longevity nicht primär darum, das maximale Lebensalter immer weiter nach oben zu schieben.
Entscheidend ist nicht, dass man möglichst viele Jahre lebt, wenn diese Jahre am Ende von Krankheit, Abhängigkeit und fehlender Klarheit geprägt sind.
Entscheidend ist die Gesundheitsspanne.
Also die Frage:
Wie lange bleiben Sie gesund, belastbar, wach, entscheidungsfähig und wirksam?
Gerade Unternehmer haben häufig gar nicht den Wunsch, mit 63 oder 67 vollständig aufzuhören. Viele haben Freude an dem, was sie aufgebaut haben. Sie möchten weiterhin gestalten, begleiten, entscheiden oder zumindest als Sparringspartner im Hintergrund zur Verfügung stehen.
Dafür braucht es aber eine stabile Gesundheit als persönliche Grundlage.
Executive Longevity fragt deshalb:
Wie bleiben Sie körperlich leistungsfähig?
Wie bleiben Sie mental klar?
Wie bleiben Sie emotional stabil?
Wie treffen Sie auch unter Druck gute Entscheidungen?
Wie integrieren Sie Gesundheit in einen vollen Unternehmer- oder Führungsalltag?
Das klingt einfach.
Ist es aber im Alltag oft nicht.
Denn gerade Menschen mit hoher Verantwortung sind es gewohnt, die eigenen Bedürfnisse zurückzustellen. Sie sind trainiert darauf, Probleme zu lösen, Belastung auszuhalten und weiterzumachen.
Genau diese Stärke kann irgendwann zur Schwäche werden!
Wenn der Unternehmer plötzlich nicht mehr da ist
Eine Geschichte hat mich in diesem Zusammenhang zutiefst berührt.
Ich habe vor einigen Jahren einen Unternehmer aus der Schweiz begleitet. Er war mit viel Herzblut mit seinem Unternehmen verbunden. Er kümmerte sich um seine Mitarbeitenden, wollte Kultur gestalten und Verantwortung übernehmen.
Nach dem Ende unserer Zusammenarbeit wollte ich mich irgendwann wieder bei ihm melden.
Dann erfuhr ich, dass er mit Anfang 50 an einem fatalen Herzinfarkt verstorben war.
Das hat mich menschlich sehr getroffen.
Er war nicht alt. Er stand mitten im Leben. Und er war eine zentrale Figur in seinem Unternehmen.
Noch nachdenklicher wurde ich, als ich später hörte, dass das Unternehmen etwa ein Jahr nach seinem Tod Insolvenz anmelden musste.
Ich möchte daraus keine einfache Ursache-Wirkung-Erklärung machen. Unternehmen geraten aus vielen Gründen in Schwierigkeiten.
Und trotzdem bleibt eine zentrale Frage:
Was passiert mit einem mittelständischen Unternehmen, wenn die zentrale Unternehmerpersönlichkeit plötzlich nicht mehr da ist?
Im Mittelstand ist diese Frage besonders relevant.
Viele Unternehmen hängen stark an einzelnen Personen. Nicht nur formal, sondern tatsächlich. An deren Erfahrung. An deren Kundenbeziehungen. An deren Überblick. An deren Entscheidungsfähigkeit. An deren Fähigkeit, Spannungen zu halten und Richtung zu geben.
Wenn eine solche Person ausfällt, betrifft das nicht nur sie selbst.
Es betrifft Mitarbeitende.
Es betrifft Kunden.
Es betrifft Familie.
Es betrifft Nachfolgefragen.
Es betrifft Lieferanten.
Es betrifft manchmal sogar eine ganze Region.
In dem genannten Fall waren knapp 50 Mitarbeitende unmittelbar betroffen.
Das ist einer der Gründe, warum ich sage:
Unternehmergesundheit ist keine reine Privatsache.
Sie ist Teil unternehmerischer Verantwortung.
Warum Gesundheit oft zu spät priorisiert wird
Ich kenne dieses Muster nicht nur aus der Arbeit mit Unternehmern und Führungskräften.
Ich kenne es auch von mir selbst.
Mit Mitte 30 nahm ich an einem Workshop teil. Es ging um Ziele, Strategie und persönliche Werte. Wir sollten unsere wichtigsten Werte aufschreiben.
Viele Teilnehmende schrieben „Gesundheit“ auf.
Bei mir stand Gesundheit nicht einmal unter den wichtigsten Werten.
Das fand ich damals nicht weiter problematisch. Ich war davon überzeugt, grundsätzlich gesund zu sein. Ich fühlte mich leistungsfähig. Ich hatte in der Vergangenheit viel Sport gemacht. Krankheit traf aus meiner damaligen Sicht eher andere.
Ein paar Jahre später sah die Welt anders aus.
Mit Anfang 40 erlebte ich einen deutlichen Einbruch meiner Energie.
Ich war müde.
Ich war weniger belastbar.
Ich hatte weniger Power.
Und es fühlte sich nicht so an, als würde ein freies Wochenende oder ein kurzer Urlaub das Problem lösen.
Es war eher, als hätte mir jemand den Stecker gezogen.
Das Interessante war: Es lag nicht daran, dass ich den falschen Beruf gewählt hatte.
Im Gegenteil. Ich hatte gerade begonnen, in der Selbstständigkeit richtig Fuß zu fassen. Ich hatte meinen Wechsel aus der Konzernlaufbahn in Beratung und Coaching vollzogen und war beruflich genau dort angekommen, wo ich hinwollte.
Und trotzdem war meine Energie plötzlich nicht mehr da.
In der Rückschau waren die Ursachen recht klar:
Ich hatte das Thema Schlaf massiv vernachlässigt.
Ich schlief an mehreren Tagen pro Woche nur viereinhalb Stunden oder sogar weniger.
Ich machte deutlich weniger Sport als früher (praktisch nur manchmal am Wochenende).
Meine Ernährung war suboptimal (viel Fast-Food!).
Regeneration fand kaum bewusst statt.
Kurz gesagt:
Ich hatte meine eigene Leistungsfähigkeit nicht geführt.
Ich hatte sie vorausgesetzt.
Und das ist genau der Punkt, an dem Executive Longevity beginnt.
Ab 40 wird Gesundheit zur Führungsaufgabe
Natürlich ist die Grenze nicht bei jedem Menschen gleich.
Aber aus meiner Erfahrung verändert sich ab etwa 40 etwas.
Dinge, die früher noch gut kompensiert werden konnten, wirken plötzlich stärker. Wenig Schlaf, schlechte Ernährung, fehlende Bewegung, dauerhafter Stress und mangelnde Regeneration bleiben nicht mehr folgenlos.
Der Körper wird ehrlicher.
Und manchmal auch deutlicher.
Ich habe damals verstanden:
Gesundheit ist wie eine gute Beziehung. Sie bleibt nicht stabil, wenn man sie dauerhaft vernachlässigt.
Man muss nicht jeden Tag perfekt leben.
Aber man muss regelmäßig investieren.
In Schlaf.
In Bewegung.
In Ernährung.
In Entspannung.
In sinnvolle Selbstorganisation.
In soziale Verbundenheit.
In regelmäßige (u.a. Blut-)Checks.
Wenn man das nicht tut, kann die eigene Gesundheit irgendwann zum strategischen Unternehmensrisiko werden.
Das gilt besonders für Unternehmer und Führungskräfte.
Denn ihre Leistungsfähigkeit wirkt weit über sie selbst hinaus.
Executive Longevity ist keine Biohacking-Spielerei
Mir ist eine Abgrenzung wichtig.
Wenn ich von Executive Longevity spreche, meine ich nicht exotische Anti-Aging-Versprechen. Ich meine nicht experimentelle Substanzen, die bisher vor allem in Tierstudien interessant aussehen. Ich meine keine medizinischen Extremverfahren, keine Gentherapien im Ausland und keine ständige Jagd nach dem neuesten Hack.
Dieser Ansatz passt nicht zu meinem Verständnis von Leistung mit Substanz.
Executive Longevity beginnt nicht bei den exotischen Randthemen.
Sie beginnt bei den Grundlagen.
Die meisten Unternehmer scheitern nicht daran, dass ihnen der neueste Biohack fehlt.
Sie scheitern eher daran, dass sie die großen Stellhebel nicht konsequent genug in ihren Alltag integrieren.
Schlaf.
Bewegung.
Ernährung.
Regeneration.
Stressmanagement.
Gemeinschaft.
Gesundheitsmessungen.
Das klingt unspektakulär.
Aber genau dort liegt die Substanz.
Und genau dort liegt auch der größte Hebel.
Die Big Five und Little Three der Gesundheit
Ein hilfreicher Orientierungsrahmen stammt von Dr. med. Helena Orfanos-Böckel, die von den „Big Five“ und den „Little Three“ spricht.
Die Big Five sind:
- gesund essen
- nicht rauchen
- Bewegung und Sport
- wenig oder kein Alkohol
- kein Übergewicht
Das sind keine spektakulären Geheimtipps.
Aber es sind die großen Hebel.
Gerade deshalb werden sie leicht unterschätzt. Was einfach klingt, wird schnell als selbstverständlich abgetan. Aber im Alltag vieler Unternehmer und Führungskräfte sind diese Grundlagen keineswegs selbstverständlich.
Gesund essen ist schwierig, wenn Termine den Tag dominieren.
Bewegung fällt leicht hintenüber, wenn der Kalender voll ist.
Alkohol wird schnell zur abendlichen Entlastungsroutine.
Gewicht entwickelt sich schleichend.
Und Rauchen bleibt für manche weiterhin ein Stressventil.
Zu diesen Big Five kommen die Little Three:
- Entspannung
- Begeisterung
- Gemeinschaft beziehungsweise nicht einsam sein
Gerade der letzte Punkt ist für Unternehmer nicht zu unterschätzen.
Viele Unternehmer haben zwar viele Kontakte. Aber echte Verbundenheit ist etwas anderes.
Man kann von Menschen umgeben sein und sich trotzdem allein fühlen. Besonders dann, wenn man merkt, dass eine gewisse Distanz zu Mitarbeitenden notwendig ist und gleichzeitig im privaten Umfeld kein tragfähiges Unterstützungsnetzwerk vorhanden ist.
Auch das gehört zu Executive Longevity.
Nicht nur Blutwerte. Nicht nur Sport. Nicht nur Ernährung.
Sondern die Frage:
Wie gut ist Ihr Leben als Ganzes so aufgestellt, dass es Ihre langfristige Leistungsfähigkeit unterstützt?
Warum Analysen in der Executive Longevity wichtig sind
Executive Longevity sollte nicht nur nach Gefühl funktionieren.
Natürlich ist Körpergefühl wichtig. Aber es reicht nicht immer.
Man kann sich gesund fühlen und trotzdem ungünstige Werte haben.
Man kann sich gut ernähren und trotzdem bei bestimmten Nährstoffen suboptimal versorgt sein.
Man kann regelmäßig Sport machen und trotzdem wichtige Risikofaktoren übersehen.
Ich habe das selbst erlebt.
Eine Zeit lang habe ich regelmäßig Blutuntersuchungen gemacht. Dann ließ ich es schleifen. Und prompt tauchte ein Mangel auf, den ich ohne Messung vermutlich nicht bemerkt hätte.
Deshalb halte ich Analysen für einen wichtigen Bestandteil von Executive Longevity.
Dazu können z.B. gehören:
Schlafwerte.
Blutwerte.
Blutdruck.
Körperzusammensetzung über Bioelektrische Impedanzanalyse, kurz BIA.
Pulswellengeschwindigkeit.
Laserspektroskopie.
Weitere passende Diagnostik.
Gerade Blutdruck ist ein gutes Beispiel.
Es ist erstaunlich, wie viele Führungskräfte ihren eigenen Blutdruck nicht kennen.
Dabei ist das eine einfache, schnelle und sehr relevante Information.
Auch Supplementierung kann sinnvoll sein.
Aber nicht wahllos. Nicht nach Gefühl. Nicht nach dem Motto: Viel hilft viel.
Sondern gezielt dort, wo Analysen zeigen, dass etwas fehlt oder suboptimal ist.
Executive Longevity heißt in diesem Sinne:
Die eigene Gesundheit nicht dem Zufall überlassen.
Sondern mit Zahlen, Daten und Fakten arbeiten – so wie man es im Unternehmen an anderer Stelle selbstverständlich tun würde.
Die großen Hebel: Schlaf, Bewegung, Ernährung und Regeneration
Wenn es praktisch im Rahmen einer gelebten Executive Longevity wird, landen wir wieder bei den Grundlagen.
Der erste große Hebel ist Schlaf.
Ich habe Schlaf lange unterschätzt. Und ich sehe immer wieder, dass gerade leistungsorientierte Menschen das tun.
Man kann Schlaf für eine Weile reduzieren.
Aber man kann ihn nicht dauerhaft ignorieren, ohne dafür irgendwann einen Preis zu zahlen.
Schlaf ist nicht nur Erholung. Er ist eine Grundlage für Klarheit, Entscheidungsfähigkeit, emotionale Stabilität und körperliche Regeneration.
Der zweite Hebel ist Bewegung.
Der menschliche Körper ist nicht dafür gemacht, den ganzen Tag in Sitzungen, Autos, Flugzeugen oder vor Bildschirmen zu verbringen. Bewegung ist nicht nur ein Fitnessthema. Sie beeinflusst Energie, Rücken, Stimmung, Belastbarkeit und langfristige Gesundheit.
Der dritte Hebel ist Ernährung.
Ernährung ist Energieversorgung, Regeneration und Risikomanagement zugleich. Wer dauerhaft suboptimal isst, darf sich nicht wundern, wenn Energie und Gesundheit irgendwann nachlassen.
Der vierte Hebel ist Regeneration.
Das ist besonders wichtig.
Stress ist nicht grundsätzlich schlecht. Im Gegenteil. Stress kann Entwicklung, Innovation und Leistungssteigerung ermöglichen.
Aber nur dann, wenn ausreichende Regeneration folgt.
Das gilt im Sport genauso wie im Unternehmen.
Belastung plus Regeneration kann stärker machen.
Belastung ohne Regeneration führt irgendwann zu Verschleiß.
Warum Routinen wichtiger sind als Vorsätze
Viele Unternehmer und Führungskräfte wissen im Grunde, was ihnen guttun würde.
Das Problem ist selten fehlendes Wissen.
Das Problem ist Integration.
Der Kalender ist voll.
Termine verschieben sich.
Krisen kommen dazwischen.
Reisen stören Routinen.
Mitarbeitende brauchen Entscheidungen.
Der Arbeitstag endet nicht automatisch um 17 Uhr.
Deshalb reicht es nicht, sich vorzunehmen, gesünder zu leben.
Executive Longevity braucht Routinen, die realistisch sind.
Nicht idealistisch. Realistisch.
Ich gebe ein paar Beispiele aus meiner eigenen Entwicklung.
Beim Schlaf habe ich irgendwann einen Vertrag mit mir selbst geschlossen:
Mindestens sechs Stunden Schlaf. Ziel waren siebeneinhalb Stunden.
Dafür stellte ich mir abends einen Wecker. Nicht nur morgens, sondern auch abends. Der Wecker erinnert mich daran, rechtzeitig mit der Vorbereitung auf die Nacht zu beginnen.
Denn es funktioniert selten gut, bis zur letzten Minute am Laptop zu sitzen, diesen zuzuklappen, den Kopf aufs Kissen zu legen und dann zu erwarten, dass der Schlaf sofort tief und erholsam ist.
Auch beim Sport half mir eine einfache Routine.
Ich merkte, dass ich keine Rückenschmerzen hatte, wenn ich regelmäßig Sport machte. Also setzte ich mir ein Ziel: morgens 20 Minuten Bewegung.
Aber ich wusste auch, dass nicht jeder Morgen gleich verläuft.
Deshalb entwickelte ich Alternativen:
Meine „normale“ 20 Minuten Routine.
Eine 15 Minuten Routine.
Aber auch eine Routine für nur 10 Minuten.
Und sogar eine für nur 5 Minuten!
Das Entscheidende war nicht, jeden Tag perfekt zu trainieren.
Das Entscheidende war, die Routine aufrechtzuerhalten.
Selbst fünf Minuten waren besser als gar nichts.
Ähnlich war es bei Meditation.
15 Minuten waren mein Ziel. Aber wenn das nicht ging, dann eben 10 Minuten. Oder sogar nur eine Minute.
Auch eine Minute bewusste Zentrierung kann besser sein als gar keine.
Das klingt schlicht.
Aber genau solche einfachen Abstufungen helfen, Routinen durchzuhalten.
Ernährung im Unternehmeralltag: Vorbereitung schlägt Willenskraft
Ein weiteres Beispiel ist Ernährung.
Viele schlechte Entscheidungen entstehen nicht aus Unwissenheit, sondern aus fehlender Vorbereitung.
Wenn der Tag voll ist, der Hunger kommt und keine gute Option verfügbar ist, gewinnt häufig das, was schnell erreichbar ist.
Und das ist selten die beste Wahl.
Ich habe für mich deshalb gelernt, vorauszudenken.
Wenn man am Sonntag kurz auf die kommende Woche schaut, sieht man vieles bereits im Voraus.
Nicht alles. Aber genug.
Welche Tage werden eng?
Wann bin ich unterwegs?
Wann brauche ich eine einfache, verlässliche Lösung?
Wo besteht die Gefahr, dass ich aus Bequemlichkeit wieder zu Junkfood greife?
Eine einfache vorbereitete Mahlzeit kann hier bereits viel verändern.
Bei mir sind das zum Beispiel Haferflocken, ein Nuss-Saaten-Mix, Sojamilch und eine Banane. Das ist nicht jeden Tag kulinarischer Hochgenuss. Aber es ist eine vollwertige, einfache und verlässliche Option.
Und es ist allemal besser als dauerhafte Notlösungen aus fettigem Fast Food und Zucker.
Auch das ist Executive Longevity:
Nicht perfekte Ernährung.
Sondern kluge Vorbereitung.
Selbstführung wirkt immer auf Unternehmenskultur
Gerade wenn Sie sich bisher vor allem für Unternehmenskultur interessiert haben, ist dieser Punkt entscheidend:
Ihr Umgang mit Ihrer eigenen Gesundheit sendet Signale.
Immer.
Wenn Sie dauerhaft über Ihre Grenzen gehen, senden Sie ein Signal.
Dann lernen andere: Wer hier etwas werden will, muss das auch tun.
Wenn Sie sich krank zur Arbeit schleppen, senden Sie ein Signal.
Dann lernen andere: Gesundheit zählt hier im Zweifel weniger als Anwesenheit.
Wenn Sie Pausen abwerten, senden Sie ein Signal.
Dann lernen andere: Regeneration ist Schwäche.
Wenn Sie Regeneration ernst nehmen, senden Sie ebenfalls ein Signal.
Dann entsteht eine andere kulturelle Orientierung.
Es geht nicht darum, ein perfektes Vorbild zu werden.
Das wäre unrealistisch und auch nicht glaubwürdig.
Es geht darum, sich bewusst zu machen, dass Sie als Unternehmer, Geschäftsführer oder Führungskraft im Rampenlicht stehen.
Ihr Verhalten wird beobachtet.
Ihr Verhalten wird interpretiert.
Ihr Verhalten prägt Kultur.
Auch dann, wenn Sie es nicht beabsichtigen.
Deshalb ist Executive Longevity nicht nur ein individuelles Gesundheitsthema.
Es ist auch ein Kulturthema.
Denn Ihre Selbstführung beeinflusst, was andere im Unternehmen als normal, erlaubt oder erwünscht wahrnehmen.
Selbstfürsorge ist kein egozentrischer Rückzug
Viele Unternehmer tun sich mit dem Begriff Selbstfürsorge schwer.
Er klingt für manche weich. Vielleicht sogar egoistisch.
Aber das ist ein Missverständnis.
Wenn Selbstfürsorge bedeutet, Verantwortung abzugeben, sich aus allem zurückzuziehen und nur noch um sich selbst zu kreisen, dann wäre die Skepsis berechtigt.
Aber darum geht es nicht.
Executive Longevity versteht Selbstfürsorge als verantwortliche Selbstführung.
Es geht darum, langfristig klar, gesund, entscheidungsfähig und leistungsfähig zu bleiben.
Nicht nur für sich selbst.
Sondern für das Unternehmen.
Für Mitarbeitende.
Für Kunden.
Für Familie.
Für Nachfolge.
Für die Stabilität dessen, was aufgebaut wurde.
Ein Beraterkollege hat einmal sinngemäß gesagt:
Ab einem gewissen Alter sollte man strategische Entscheidungen für die eigene Gesundheit treffen.
Diesen Satz finde ich sehr treffend.
Denn viele Unternehmer treffen strategische Entscheidungen für Märkte, Produkte, Investitionen, Führungskräfte und Standorte.
Aber für die eigene Gesundheit treffen sie oft keine strategischen Entscheidungen.
Sie hoffen, dass es irgendwie gut geht.
Das ist aus meiner Sicht zu wenig.
Executive Longevity als strategische Agenda
Wenn Sie Executive Longevity ernst nehmen möchten, müssen Sie nicht Ihr ganzes Leben auf den Kopf stellen.
Beginnen Sie nüchtern.
Führen Sie sich selbst wie eine wichtige Ressource.
Drei Fragen können helfen:
Erstens: Welche Gesundheitswerte kennen Sie wirklich?
- Kennen Sie Ihren Blutdruck?
- Kennen Sie relevante Blutwerte?
- Kennen Sie Ihre Körperzusammensetzung?
- Wissen Sie, wie gut und wie viel genau Sie schlafen?
Zweitens: Welche Routinen tragen Ihre Leistungsfähigkeit?
- Haben Sie eine Schlafroutine?
- Haben Sie eine Bewegungsroutine?
- Haben Sie verlässliche Ernährungsoptionen?
- Haben Sie feste Regenerationsfenster?
Drittens: Welche Signale senden Sie an Ihr Unternehmen?
- Zeigen Sie, dass Leistung nur durch Verschleiß entsteht?
- Oder zeigen Sie, dass Leistung und Gesundheit zusammengehören?
Diese Fragen sind einfach.
Aber sie können sehr wirksam sein.
Denn Executive Longevity beginnt nicht mit Komplexität.
Sie beginnt mit Ehrlichkeit.
Fazit: Executive Longevity ist Führungsverantwortung
Executive Longevity ist keine Eitelkeit.
Es geht nicht darum, jedem Trend hinterherzulaufen oder den eigenen Alltag mit möglichst vielen Gesundheitsroutinen zu überfrachten.
Es geht darum, als Unternehmer, Geschäftsführer oder Führungskraft langfristig gesund, klar, entscheidungsfähig und leistungsfähig zu bleiben.
Die eigene Gesundheit ist kein Nebenschauplatz.
Gerade im Mittelstand kann sie zu einem strategischen Unternehmensrisiko werden.
Wenn zentrale Menschen ausfallen, betrifft das nicht nur sie selbst. Es betrifft Mitarbeitende, Kunden, Nachfolge, Stabilität und manchmal die Zukunft eines ganzen Unternehmens.
Deshalb gehört die eigene Leistungsfähigkeit auf die Führungsagenda.
Nicht irgendwann.
Sondern rechtzeitig. Am besten jetzt. Worauf warten Sie?
Wenn Sie beim Lesen gemerkt haben, dass dieses Thema bei Ihnen, in Ihrem Führungsteam oder in Ihrem Unternehmen einen Nerv trifft, unterstütze ich Sie gern.
Bleiben Sie gesund.
Björn Johannsmeier
PS: Ich begleite Unternehmer, Geschäftsführer und Führungskräfte dabei, Gesundheit und Performance sinnvoll zusammenzudenken – persönlich, führungsbezogen und kulturell. Buchen Sie hier gerne ein kostenloses Erstgespräch. Dann schauen wir gemeinsam, wo Sie stehen und welche nächsten Schritte für Sie sinnvoll sind. Hier erfahren Sie mehr über eine individuelle Begleitung.



