Executive Summary
Executive Longevity bedeutet, als Unternehmer oder Führungskraft möglichst lange gesund, klar und wirksam führen zu können. In Deutschland liegen die gesunden Lebensjahre im Durchschnitt bei rund 57 Jahren – deutlich vor dem Rentenalter. Gerade im Mittelstand wird Gesundheit damit zu einem Teil des Risikomanagements. Die wichtigsten Hebel der Executive Longevity sind nicht spektakulär, aber wirksam: Körperzusammensetzung, Ernährung und Fasten, Bewegung, Schlaf sowie Regeneration und Stresskompetenz. Entscheidend ist, die eigene Leistungsfähigkeit nicht nur zu fühlen, sondern auch zu messen.
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Inhaltsverzeichnis
- Rente mit 67 – aber gesund nur bis 57?
- Was bedeutet Executive Longevity?
- Warum Gesundheit für Führungskräfte keine Privatsache mehr ist
- Die fünf Hebel der Executive Longevity
- Messwerte: Executive Longevity braucht Zahlen, nicht nur Gefühl
- Executive Longevity als Risikomanagement im Mittelstand
- Fazit: Ihre gesunden Leistungsjahre sind zu wichtig, um sie zu verschieben
- Häufige Fragen zu Executive Longevity
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1. Rente mit 67 – aber gesund nur bis 57?
In der Politik wird immer wieder darüber diskutiert, ob Menschen länger arbeiten sollten. Gleichzeitig zeigen Erhebungen des Robert Koch-Instituts, dass die gesunden Lebensjahre in Deutschland im Durchschnitt nur bei rund 57 Jahren liegen. Dieser Wert beschreibt die Jahre, in denen Menschen weitgehend ohne gesundheitliche Einschränkungen leben und arbeiten können.
Frauen liegen mit etwa 57,1 Jahren leicht über Männern, Männer bei etwa 56,6 Jahren. Der Unterschied ist klein. Die eigentliche Botschaft ist größer:
Wir sprechen über längeres Arbeiten – aber statistisch endet die gesunde Lebensspanne vieler Menschen schon deutlich vor dem regulären Rentenalter.
Das ist kein angenehmer Gedanke. Und doch ist er wichtig. Gerade für Unternehmer, Geschäftsführer und Führungskräfte.
Denn was sich in der Praxis immer wieder zeigt: Das Thema Gesundheit wird gerne verschoben.
„Betrifft mich noch nicht.“ „Darum kümmere ich mich später.“ „Wenn ich in Rente bin, habe ich mehr Zeit.“ „Nach diesem Projekt wird es ruhiger.“ „Jetzt geht es erst einmal um das Unternehmen.“
Diese Haltung ist verständlich. Und sie ist riskant.
Als ich Anfang 40 war, hatte ich einen deutlichen Energieeinbruch. Das war der Moment, in dem ich verstanden habe: Leistungsfähigkeit ist keine Selbstverständlichkeit. Sie ist etwas, worum man sich aktiv kümmern muss.
Seitdem habe ich mich auf eine persönliche Entdeckungs- und Forschungsreise begeben. Nicht in Richtung komplizierter Biohacks. Nicht in Richtung des nächsten angeblichen Geheimtipps. Sondern in Richtung der großen Hebel, die tatsächlich einen Unterschied machen.
Genau darum geht es bei Executive Longevity.
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2. Was bedeutet Executive Longevity?
Executive Longevity ist kein Modebegriff aus der Selbstoptimierungsszene. Es ist ein konkretes Konzept für Menschen, die Verantwortung tragen.
Longevity bedeutet zunächst Langlebigkeit. Viele denken dabei zuerst an die Lebensspanne – also daran, wie alt Menschen werden.
Natürlich ist es erfreulich, wenn Menschen länger leben. Aber die Lebensspanne allein ist nur bedingt interessant.
Die entscheidendere Frage lautet: Wie lange bleiben wir gesund, klar und wirksam?
Genau hier kommt der Begriff Healthspan ins Spiel. Healthspan meint die gesunde Lebensspanne – also die Jahre, in denen Menschen weitgehend gesund und funktional leben können. Und genau diese gesunde Lebensspanne liegt in Deutschland im Durchschnitt unter 60 Jahren.
Für Unternehmer und Führungskräfte ist das besonders relevant. Denn in Führungsverantwortung geht es nicht nur darum, irgendwie zu funktionieren. Es geht darum, klar zu denken, gute Entscheidungen zu treffen, Belastung auszuhalten, Menschen Orientierung zu geben und auch in schwierigen Phasen stabil zu bleiben.
Executive Longevity bedeutet daher: möglichst lange gesund, klar und wirksam führen zu können.
Das ist etwas anderes als „möglichst lange arbeiten“. Es geht nicht darum, sich bis ins hohe Alter durchzuschleppen. Es geht darum, die eigene Leistungsfähigkeit so zu pflegen, dass Verantwortung nicht dauerhaft auf Kosten der eigenen Substanz getragen wird.
Gerade im Mittelstand ist Executive Longevity ein Teil des Risikomanagements. Denn dort sind Schlüsselpositionen häufig nicht doppelt und dreifach besetzt. Wenn ein Unternehmer, Geschäftsführer oder eine zentrale Führungskraft ausfällt, kann das schnell weitreichende Folgen haben – in manchen Unternehmen sogar existenzgefährdende.
Deshalb ist Executive Longevity keine private Spielerei. Sie ist eine unternehmerische Notwendigkeit.
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3. Warum Gesundheit für Führungskräfte keine Privatsache mehr ist
Natürlich bleibt Gesundheit etwas Persönliches. Jeder Mensch hat seine eigene Geschichte, seine eigenen Voraussetzungen, seine eigenen Themen.
Und trotzdem: Wenn Sie Verantwortung für ein Unternehmen, einen Bereich oder ein Team tragen, hat Ihre Gesundheit eine Wirkung über Sie selbst hinaus.
Ihre Energie wirkt auf andere. Ihre Klarheit wirkt auf andere. Ihre emotionale Stabilität wirkt auf andere. Ihre Entscheidungsfähigkeit wirkt auf andere. Ihr Vorbild wirkt auf andere.
Wenn Sie dauerhaft erschöpft führen, führen Sie anders. Vielleicht gereizter, ungeduldiger, reaktiver. Vielleicht weniger strategisch, weniger empathisch, weniger entscheidungsstark.
Das heißt nicht, dass Führungskräfte immer perfekt fit sein müssen. Das wäre unrealistisch. Aber es heißt: Die eigene Gesundheit dauerhaft zu ignorieren, ist keine gute Führungsstrategie.
Executive Longevity für Führungskräfte ist deshalb auch ein Teil gesunder Führungskultur. Die Frage lautet nicht nur: Wie kann ich Krankheit vermeiden? Die bessere Frage lautet: Wie kann ich meine gesunden Leistungsjahre aktiv verlängern?
Und genau dafür gibt es einige große Hebel.
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4. Die fünf Hebel der Executive Longevity
Bei Executive Longevity geht es nicht darum, jede neue Methode auszuprobieren oder sich in den Details der Langlebigkeitsforschung zu verlieren. Die eigentliche Wirkung entsteht durch die großen, bekannten Hebel – vorausgesetzt, man setzt sie konsequent um.
In meiner eigenen Praxis haben sich fünf Bereiche herauskristallisiert.
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Hebel 1: Körperzusammensetzung statt nur Gewicht
Beim Thema Gewicht ist mir eine saubere Einordnung wichtig.
Es geht nicht um Aussehen. Es geht nicht um moralische Bewertung. Und es geht auch nicht darum, Menschen auf ihren Körper zu reduzieren.
Es geht um Risiko. Um Energie. Um langfristige Leistungsfähigkeit.
Ich spreche bewusst von Körperzusammensetzung und nicht nur von Gewicht. Denn der Body-Mass-Index ist nur ein grober Wert. Sehr sportliche Menschen können nach BMI schnell als übergewichtig gelten, obwohl sie vor allem mehr Muskelmasse haben.
Entscheidender ist die Frage: Wie viel Fettmasse, Muskelmasse und viszerales Fett (zu erkenne am Bauchumfang) habe ich?
Übergewicht sollte man im Hinblick auf Executive Longevity nicht auf die leichte Schulter nehmen. In Deutschland sind knapp 50 Prozent der Frauen und gut 60 Prozent der Männer übergewichtig. Bei Menschen über 40 sieht die Situation noch kritischer aus.
Und genau diese Altersgruppe ist für viele Führungskräfte entscheidend. Mit 40, 45 oder 50 tragen viele Unternehmer und Führungskräfte aber auch weitere Leistungsträger besonders viel Verantwortung. Wenn der Körper in dieser Phase bereits deutlich unter Druck steht, ist das nicht nur ein privates Gesundheitsthema.
Übergewicht erhöht das Risiko für genau die Erkrankungen, die langfristige Leistungsfähigkeit gefährden: Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes, Bluthochdruck, Schlafprobleme und bestimmte Krebserkrankungen.
Körperzusammensetzung ist deshalb nicht nur eine Frage der Optik. Sie ist ein Risikofaktor für die eigene Wirksamkeit.
Meine eigene Erfahrung
Nach meiner Zeit in Mexiko und den USA kam ich zurück nach Deutschland und später nach Bayern. Das Essen war gut, die Weißbiere auch. Mein Gewicht bewegte sich irgendwann in Richtung 90 Kilogramm – bei 1,80 Meter Körpergröße für mich ziemlich klar etwa 10 Kilogramm zu viel.
Ich habe versucht gegenzusteuern – unter anderem mit langen Joggingeinheiten, teilweise zwei Stunden. Das mochte ich nicht besonders, und leicht fiel es mir auch nicht.
Der Wendepunkt kam über das Fasten. Im Zusammenhang mit meinem Energieeinbruch Anfang 40 habe ich Fasten für mich entdeckt. Danach habe ich eine vollwertige pflanzenbasierte Ernährung ausprobiert. Innerhalb relativ kurzer Zeit habe ich knapp 10 Kilogramm verloren – ohne das Gefühl, mich ständig abmühen zu müssen.
Ich sage ausdrücklich nicht, dass eine vegane Ernährung der einzige Weg ist. Aber für mich war es ein sehr wichtiger Schritt.
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Hebel 2: Ernährung und Fasten als Strukturgeber
Fasten gehört für mich zum Thema Ernährung.
Beim intermittierenden Fasten isst man in einem bestimmten Zeitfenster und fastet über einen längeren Zeitraum. Bekannt ist die Variante 16:8 – also Essensaufnahme innerhalb von 8h am Tag und eine Fastenzeit von 16h. Wenn man damit angefangen hat, kann man das das Essensfenster noch weiter verkürzen. Eine besonders konsequente Form ist dann letztlich „OMAD“ – One Meal a Day, also eine Mahlzeit pro Tag.
Ich habe OMAD eine Zeit lang praktiziert. Das Interessante daran: Wenn man nur eine Mahlzeit am Tag isst, macht man sich sehr genau Gedanken darüber, was in dieser Mahlzeit enthalten ist. Junkfood wird deutlich unattraktiver, wenn man nur eine echte Chance hat, den Körper gut mit allen Nährstoffen zu versorgen.
Durch OMAD habe ich etwa 1,5 bis 2 Kilogramm Fett verloren, ohne Muskelmasse einzubüßen. Danach bin ich auf zwei Mahlzeiten pro Tag gewechselt. Für mich funktioniert ein Essensfenster von etwa sechs Stunden nun sehr gut (also 18:6).
Wichtig ist: Finden Sie eine Struktur, die zu Ihrem Leben passt.
Gerade abends sollte man vorsichtig sein. Wenn Essen zu nah an der Schlafenszeit liegt, ist der Körper noch stark mit Verdauung beschäftigt. Das kann die Schlafqualität beeinträchtigen – und Schlaf ist einer der wichtigsten Hebel der Executive Longevity, den wir im weiteren noch näher beleuchten werden.
Beim Thema Ernährung wird schnell gestritten. Vegan, Keto, Low Carb, Paleo, Mediterran – alles wird schnell zur Weltanschauung. Das halte ich für wenig hilfreich.
Wichtiger ist, die offensichtlichen Punkte ernst zu nehmen:
Zu viel Zucker ist problematisch.
Um den Effekt von einzelnen Lebensmitteln auf meinen Blutzuckerspiegel (ein sehr wichtiger Schlüsselwert zur Gesundheitsspanne) besser zu verstehen, habe ich zeitweise auch einen Sensor getragen – wie ihn Diabetiker nutzen, um den Blutzuckerspiegel über das Handy zu verfolgen. Der Lerneffekt war faszinierend: Man sieht sehr direkt, welche Lebensmittel den Blutzuckerspiegel stark steigen lassen und was hilft, ihn stabiler zu halten.
Zu viel Salz ist problematisch.
Dazu habe ich mir ein Blutdruckmessgerät gekauft und meinen Blutdruck gemessen – und ich war doch sehr überrascht, dass dieser mit 60:135 recht suboptimal war! Eine Reduktion meines Salzkonsums hat dann zum Glück gereicht um diesen wieder in gesunde Höhen zu bringen.
Zu viele gesättigte Fette (z.B. aus tierischen Produkten) sind problematisch.
Als ich bei einem Bluttest meine Cholesterinwerte zurückbekommen habe, war ich geschockt (LDL lag bei 120 – aus präventiver Sicht suboptimal)! Daraufhin habe ich meine „vegetarischen Ausnahmen“ wie Butter, Ghee usw. reduziert und durch gesündere Fette ersetzt – und voila schon waren die Werte wieder in einem unkritischeren Bereich. Das hat allerdings nur funktioniert, weil ich es mir nicht lange angesehen habe.
Stark verarbeitete Produkte sind ebenfalls problematisch.
Eine Ernährung, die dauerhaft zu Übergewicht und schlechten Messwerten führt, ist problematisch.
Die Grundfrage bleibt: Unterstützt Ihre Ernährung Ihre Energie – oder kostet sie Sie Energie?
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Hebel 3: Sport und Bewegung als Arbeitsfähigkeit
Für mich ist Sport keine Freizeitbeschäftigung neben der Arbeit. Sport ist ein Teil meiner Arbeitsfähigkeit – und damit ein zentraler Baustein der Executive Longevity.
Gerade Unternehmer und Führungskräfte sitzen viel. Meetings, Bildschirmarbeit, Reisen, Telefonate, Autofahrten, Abendtermine. Der Kopf arbeitet. Der Körper sitzt.
Das geht eine Zeit lang gut. Langfristig jedoch nicht.
Körperliche Inaktivität gehört zu den großen Risikofaktoren für chronische Erkrankungen. Deshalb reicht es nicht, Sport als nettes Hobby zu betrachten.
Meine eigene Routine besteht aus vier Bausteinen:
Morgens mache ich Mobility, also Beweglichkeitsübungen – je nach Zeit 20 bis 30 Minuten. Ziel ist, eine möglichst gute Beweglichkeit zu erhalten, gerade wenn man viel sitzt.
Etwa zweimal pro Woche kommt i.d.R. abends Ausdauertraining dazu. Bei mir ist das häufig Joggen.
Zusätzlich baue ich zwei- bis dreimal pro Woche Krafttraining (ebenfalls abends) ein – wenn ich unterwegs bin, auch im Hotel.
Und einmal pro Woche setze ich einen intensiveren Reiz: Sprints oder ein Ausdauertraining, bei dem die Herzfrequenz deutlich nach oben geht. Eine einfache Orientierung: 220 minus Lebensalter ergibt grob die maximale Herzfrequenz. Bei einem 50-Jährigen wären das 170. 70 Prozent davon liegen bei etwa 120 Schlägen pro Minute.
Das ist keine sportmedizinische Diagnostik. Aber es gibt eine praktische Orientierung.
Wichtig ist: Gehen allein ist gut, aber es ist nicht dasselbe wie ein intensiver Trainingsreiz. Gleichzeitig ersetzt intensives Training nicht das Krafttraining. Für Executive Longevity braucht es beides: Ausdauer und Kraft. Und zusätzlich Beweglichkeit.
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Hebel 4: Schlaf als Gamechanger
Schlaf ist einer der meist unterschätzten Hebel der Executive Longevity.
Ich habe Schlaf lange unterschätzt. In meiner Phase mit dem Energieeinbruch habe ich häufig nur fünf bis sechs Stunden geschlafen, teilweise sogar viereinhalb Stunden oder weniger.
Heute sehe ich das anders. Mittlerweile versuche ich, auf mindestens sieben Stunden Schlaf zu kommen, besser siebeneinhalb. Mein Ziel sind eher acht Stunden. Der Unterschied für meine Energie, meine Geduld und meine Entscheidungsqualität ist enorm.
Schlaf beeinflusst nicht nur Müdigkeit. Er beeinflusst Konzentration, emotionale Stabilität, Entscheidungsqualität, Stoffwechsel, Blutdruck, Insulinsensitivität und Regeneration.
Ein Problem ist dabei auch der Kaffee. Ich mag Kaffee sehr gerne und halte ihn in Maßen für gesundheitsförderlich. Kritisch wird es, wenn hoher Kaffeekonsum dazu führt, dass man gar nicht mehr spürt, wie erschöpft man eigentlich ist. Dann überdeckt Koffein das Schlafdefizit.
Chronischer Schlafmangel ist kein Zeichen von Leistungsbereitschaft. Er ist ein Führungsrisiko.
Wenn Sie unausgeschlafen führen, führen Sie anders. Reaktiver, dünnhäutiger, ungeduldiger, weniger klar. Schlafmangel kann Fehlentscheidungen begünstigen.
Je älter man wird, desto schwieriger kann Schlaf werden. Gerade deshalb sollte man ihn nicht auf die leichte Schulter nehmen.
Die Frage lautet nicht: Wie wenig Schlaf kann ich gerade noch kompensieren? Die Frage lautet: Welche Schlafqualität brauche ich, um langfristig klar und wirksam zu führen?
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Hebel 5: Regeneration, Stresskompetenz und psychische Stabilität
Stress ist nicht automatisch das Problem. Entscheidend ist der Umgang damit.
Für Unternehmer und Führungskräfte gehört Stress bis zu einem gewissen Grad dazu. Verantwortung, Entscheidungen, Konflikte, Unsicherheit und Tempo lassen sich nicht vollständig vermeiden.
Aber wenn Stress dauerhaft wird und Regeneration fehlt, wird es kritisch.
Eine wesentliche Kompetenz im Umgang mit Stress ist Entspannungskompetenz. Genau diese Fähigkeit geht häufig verloren, wenn Menschen in Dauerstress oder Burnout geraten. Der Körper bleibt dann im Aktivierungsmodus. Er kommt nicht mehr richtig herunter.
Erholung fällt bei Führungskräften oft hinten herunter. Es gibt immer etwas Wichtigeres: Kunden, Mitarbeitende, Termine, Kennzahlen, Probleme, Strategie. Wenn man nicht bewusst gegensteuert, passiert Regeneration oft nicht.
Ich habe viele Jahre täglich meditiert. Heute nutze ich vor allem Atemtechniken zur Entspannung. Aber die Methode ist nicht entscheidend. Für andere kann Yoga passend sein, Waldbaden, Joggen oder Sauna. Wichtig ist, dass Sie einen Weg finden, regelmäßig in Regeneration zu kommen.
Psychische Stabilität als Führungsgrundlage
Ein Punkt, der in diesem Zusammenhang zu selten genannt wird: Psychische Erkrankungen sind mittlerweile ein Hauptgrund für Frühverrentung – mit einem Anteil von über 40 Prozent.
Das ist für Executive Longevity hoch relevant. Denn es zeigt: Die Frage, wie lange Menschen arbeits- und leistungsfähig bleiben, ist nicht nur eine Frage von Herz-Kreislauf-Gesundheit, Gewicht oder Schlaf. Sie ist auch eine Frage psychischer Stabilität.
Gerade Leistungsträger funktionieren oft lange. Sie melden sich nicht sofort krank. Sie kompensieren. Sie halten durch. Sie verschieben Erholung. Sie übernehmen weiter Verantwortung – bis irgendwann nichts mehr geht.
Deshalb gehören Stresskompetenz, Regeneration und psychische Gesundheit fest in das Thema Executive Longevity. Nicht als weicher Zusatz. Sondern als Grundlage langfristiger Leistungsfähigkeit.
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5. Messwerte: Executive Longevity braucht Zahlen, nicht nur Gefühl
Unternehmen werden über Zahlen, Daten und Fakten geführt. Umsatz, Marge, Liquidität, Auftragseingang, Produktivität.
Aber bei der eigenen Leistungsfähigkeit verlassen sich viele aufs Gefühl.
„Geht schon.“ „Ich bin nur etwas müde.“ „Das ist gerade eine intensive Phase.“ oder „Nach dem nächsten Projekt wird es besser.“
Manchmal stimmt das. Oft aber nicht. Der Körper kompensiert sehr lange, bis er sich bemerkbar macht – dann ist es oft schon 5 vor 12 oder gar das Kind schon in den Brunnen gefallen!
Executive Longevity braucht eine ehrliche Standortbestimmung. Das ersetzt keinen Arzt – aber es ersetzt auch nicht das Hinschauen.
Blutdruck Einfach zu messen, günstig und enorm wichtig. Unkontrollierter Bluthochdruck kann das Herz-Kreislauf-System erheblich belasten. Ihn zu ignorieren, ist keine gute Idee.
Langzeitblutzucker (HbA1c) Dieser Wert zeigt, wie stabil der Blutzucker über die vergangenen Monate war. Ein dauerhaft erhöhter Blutzuckerspiegel belastet die Gefäße und ist für die Stoffwechselgesundheit relevant. Wer hier früh hinschaut, kann früher gegensteuern.
Blutfette Dazu gehören HDL-Cholesterin und Non-HDL-Cholesterin inklusive LDL. Wenn die Werte erhöht sind, sollte man es ernst nehmen und im Zweifel mit ärztlicher Begleitung Maßnahmen ergreifen. Das gilt besonders, wenn genetische Faktoren wie ein erhöhtes Lipoprotein(a) – ein erblich bedingter Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen – vorliegen oder Ernährungsanpassungen nicht mehr reichen.
Körperzusammensetzung Gewicht allein reicht nicht. Fettanteil, Muskelmasse und viszerales Fett sind die relevanteren Werte. Gute Körperwaagen, Fitnessstudios oder genauere Verfahren wie ein DEXA-Scan – eine präzise Messung der Körperzusammensetzung per Röntgentechnik – bieten hier Orientierung. Wichtig ist nicht Perfektion. Wichtig ist, überhaupt hinzuschauen. Ich nutze z.B. eine Withings-Waage.
Schlafqualität Wearables wie Smartwatches sind nicht perfekt, aber sie können Trends sichtbar machen. Mir dient dazu eine Apple-Watch. Wenn jemand schnarcht oder trotz ausreichender Schlafdauer müde ist, kann auch ein Schlaflabor sinnvoll sein.
Entzündungs- und Basiswerte Wenn ohnehin Blutwerte erhoben werden, lohnt es sich, mit dem Arzt über sinnvolle Entzündungswerte zu sprechen. Entzündungsprozesse stehen häufig im Zusammenhang mit chronischen Erkrankungen, die die gesunde Lebensspanne verkürzen können.
Der Punkt ist nicht, alles ständig zu kontrollieren. Der Punkt ist, nicht blind zu fliegen.
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6. Executive Longevity als Risikomanagement im Mittelstand
Wenn man all diese Punkte zusammenführt, wird deutlich: Executive Longevity ist kein Gesundheitstrend. Es ist ein Risikothema.
Gerade im Mittelstand hängen Unternehmen oft stark an wenigen Schlüsselpersonen. Unternehmer, Geschäftsführer, Bereichsleiter, Vertriebsleiter oder technische Führungskräfte tragen Wissen, Beziehungen, Verantwortung und Entscheidungskraft. Wenn diese Menschen ausfallen, entsteht häufig sofort eine Lücke.
Deshalb sollte Gesundheit nicht als private Restgröße behandelt werden. Sie ist Grundlage dafür, Verantwortung zu tragen, gute Entscheidungen zu treffen und langfristig wirksam zu bleiben.
Eine gesunde Leistungskultur beginnt nicht nur bei Programmen für Mitarbeitende. Sie beginnt auch bei der Frage, ob die Menschen an der Spitze ihre eigene Leistungsfähigkeit ernst nehmen.
Denn Führungskräfte senden Signale.
Wenn Sie Ihre Gesundheit dauerhaft ignorieren, senden Sie ein Signal. Wenn Sie Schlafmangel normalisieren, senden Sie ein Signal. Wenn Sie Regeneration belächeln, senden Sie ein Signal. Wenn Sie hingegen zeigen, dass Leistungsfähigkeit Pflege braucht, senden Sie ebenfalls ein Signal.
Executive Longevity im Mittelstand ist damit auch ein Teil gesunder Führung – nach innen und nach außen.
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7. Fazit: Ihre gesunden Leistungsjahre sind zu wichtig, um sie zu verschieben
Die entscheidende Frage ist nicht nur, wie alt wir werden. Die entscheidende Frage lautet: Wie lange bleiben wir gesund, klar und wirksam?
Für Unternehmer und Führungskräfte betrifft diese Frage nicht nur sie selbst. Sie betrifft ihre Führungskräfte, ihre Mitarbeitenden und die Zukunftsfähigkeit ihres Unternehmens.
Executive Longevity beginnt mit einer klaren Entscheidung: Ich überlasse meine Leistungsfähigkeit nicht dem Zufall.
Die fünf Hebel sind nicht spektakulär – aber sie sind wirksam und machbar:
- Körperzusammensetzung – Kennen Sie nicht nur Ihr Gewicht, sondern auch Fettanteil, Muskelmasse und viszerales Fett.
- Ernährung und Fasten – Finden Sie eine Ernährungsstruktur, die Energie gibt, Gewicht stabilisiert und zu Ihrem Leben passt.
- Bewegung – Kombinieren Sie Ausdauer, Kraft, Beweglichkeit und gelegentlich intensivere Reize. Bewegung ist eine Investition in Belastbarkeit.
- Schlaf – Nehmen Sie Schlaf ernst. Sieben bis acht Stunden sind für viele Erwachsene ein sinnvoller Orientierungswert. Chronischer Schlafmangel ist kein Leistungsnachweis.
- Regeneration und Stresskompetenz – Finden Sie eine Methode, die Ihnen hilft, aus dem Dauerstress herauszukommen. Entscheidend ist Regelmäßigkeit.
Ergänzen Sie diese Hebel durch eine ehrliche Standortbestimmung: Blutdruck, Langzeitblutzucker, Blutfette, Körperzusammensetzung, Schlafqualität und Basiswerte nach ärztlicher Einschätzung.
Wenn Sie beim Lesen gemerkt haben, dass dieses Thema bei Ihnen oder in Ihrem Führungsteam schon länger auf der Liste steht – dann ist jetzt ein guter Zeitpunkt, es ernsthaft anzugehen.
Gern unterstütze ich Sie dabei, Ihre persönliche Leistungsfähigkeit im Rahmen eines Executive Longevity Coachings strategisch zu betrachten: pragmatisch, fundiert und mit Blick auf das, worum es am Ende geht. Zu Ihrem kostenlosen Erstgespräch in dem wir gemeinsam auf Ihre aktuelle Situation – und auf die nächsten sinnvollen Schritte schauen, gelangen Sie hier.
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8. Häufige Fragen zu Executive Longevity
Was bedeutet Executive Longevity? Executive Longevity bezeichnet das Ziel, als Unternehmer oder Führungskraft möglichst lange gesund, klar und wirksam führen zu können. Es geht nicht darum, möglichst lange zu arbeiten, sondern darum, die eigene Leistungsfähigkeit aktiv zu erhalten – körperlich wie mental.
Für wen ist Executive Longevity relevant? Executive Longevity ist besonders relevant für Unternehmer, Geschäftsführer und Führungskräfte im Mittelstand – also für Menschen, die Verantwortung tragen und deren Ausfall unmittelbare Folgen für ihr Unternehmen haben kann.
Was sind die wichtigsten Hebel der Executive Longevity? Die fünf zentralen Hebel sind Körperzusammensetzung, Ernährung und Fasten, Bewegung, Schlaf sowie Regeneration und Stresskompetenz. Ergänzt werden sie durch eine regelmäßige Standortbestimmung über relevante Gesundheitsmesswerte.
Was unterscheidet Executive Longevity von klassischen Gesundheitsprogrammen? Executive Longevity betrachtet Gesundheit nicht als Lifestyle-Thema, sondern als Führungsressource und unternehmerisches Risikothema. Der Fokus liegt auf langfristiger Leistungsfähigkeit und Belastbarkeit – nicht auf kurzfristiger Optimierung oder Selbstoptimierung aus Eitelkeit.
Wie kann ich mit Executive Longevity anfangen? Ein sinnvoller erster Schritt ist eine ehrliche Standortbestimmung: Wie ist meine aktuelle Körperzusammensetzung? Wie viel schlafe ich wirklich? Wie stabil ist meine Energie im Alltag? Auf dieser Basis lassen sich die relevanten Hebel identifizieren und gezielt angehen.



